Paul Schehl gewinnt das Short-Track-Weltcuprennen in Nove Mesto

May 28, 2026 11:40 am

Im Cross-Country ist der Schweizer Khalid Sidahmed auf Rang elf bester Starter des Lexware Mountainbike Teams


Er hat es wieder getan. Erneut in Nove Mesto (Tschechien), wo er vor einem Jahr seinen ersten Cross-Country-Weltcupsieg in der Klasse U23 gefeiert hatte. Paul Schehl (Foto oben) vom Lexware Mountainbike Team hat das ultraschnelle Short-Track-Rennen (XCC) im tschechischen “Neustadt” gewonnen. Teammanager Daniel Berhe kommentierte den Erfolg seines U23-Mountainbikers mit den Worten: “Er hat einfach mehr Druck als die anderen.” Das Lexware Team musste beim Weltcup in Tschechien allerdings auch einige bittere Momente verkraften. Paul Schehl stürzte im Cross-Country-Rennen (XCO) und musste von Schmerzen geplagt aufgeben. Im Short Track der U23-Frauen krachte eine Konkurrentin in Elina Benoit hinein, auch für sie ging es nicht weiter. Anschließend im Krankenhaus stellte sich heraus, dass sich die Schweizerin bei der Kollision drei Rippen gebrochen hat. Im Juniorenrennen (UCI Junior Series) war Elias Hückmann für die deutsche Nationalmannschaft als Dritter hervorragend unterwegs, ein technischer Defekt stoppte ihn in der letzten Runde und auch er musste aufgeben.

Klasse U23
“Körperlich und mental war alles top”
Wie eng himmelhoch jauchzend und extreme Niedergeschlagenheit im Mountainbikesport beieinander liegen, belegte wieder einmal das Weltcup-Wochenende in Nove Meso (Tschechien). Der U23-Weltcupsieg von Paul Schehl im Short Track überstrahlte aus Sicht des Lexware Teams alles, es war sein erster in der kurzen Cross-Country-Variante. “Ich wusste, dass das heute meine Chance ist. Ich habe mich richtig geil gefühlt und die Pace vorne immer hoch gehalten”, sagt der 21-Jährige. Als noch zwei Runden zu absolvieren waren, attackierte Paul, es tat sich hinter ihm eine Lücke zu den Konkurrenten auf, die er bis ins Ziel verteidigte. Ein Solosieg im Short Track, großartig. “Körperlich und mental war alles top und auch das Bike war richtig schnell. Die Mechaniker haben einen guten Job gemacht.” Tags darauf die Ernüchterung: An zweiter Stelle liegend stürzte Paul in der ersten Runde, fiel immer weiter zurück und gab Ende der dritten Runde auf: “Die Schmerzen waren einfach zu groß”, sagt Teamchef Daniel Berhe. 
“Riesenschritt nach vorne”Eine emotionale Achterbahnfahrt erlebte auch Khalid Sidahmed in Tschechien. “Das Tempo im Short Track war sehr hoch, das Rennen extrem hektisch. Ich hatte nicht die Explosivität, um da mitzuhalten”, sagt der Schweizer im Lexware-Trikot nach Rang 25 im XCC-Wettkampf. Im Cross-Country-Rennen am nächsten Tag war er als Elfter Bester der fünf Lexware Starter. “Ich habe mich das erste Mal in dieser Saison gut gefühlt uind mir die Kräfte richtig eingeteilt. Die technischen Passagen bin ich flüssig gefahren und habe keine Fehler gemacht.” Er freue sich brutal über diesen “Riesenschritt nach vorne”. Das Rennen stimme ihn zuversichtlich für die nächsten Aufgaben, sagt der 21-Jährige. 
“Excited” nach zwei guten ResultatenDer Amerikaner Nicholas Konecny zeigte in Nove Mesto zwei solide Leistungen. Den Short Track der Klasse U23 beendete er als Zehnter, im Cross-Country-Rennen erkämpfte er sich Rang 13. “Der Short Track war ein Vollgas-Rennen. Bei jedem Anstieg sind alle aus dem Sattel gegangen. Ich habe mich gut und ‘strong’ gefühlt”, erzählt der 20-Jährige. Im XCO fuhr Nicholas anfangs in der Spitzengruppe mit, bekam dann jedoch leichte Rückenbeschwerden und fiel etwas zurück. Mit einer starken Schlussrunde verbesserte er sich noch von Rang 16 auf 13. “Excited from the two good results here I am going into the next Worldcup in Leogang.” 
“Ich hatte keinen Druck”Der Däne Mikkel Lose hatte zu kämpfen. Im Short Track verließen ihn nach drei Runden die Kräfte, “es war kein Sprit mehr im Tank”: Platz 26. “Hoffentlich läuft es im XCO besser.” Seine Hoffnungen erfüllten sich nicht: “Ein Sch…rennen”, sagt der 20-jährige dänische Meister nach Rang 45. “Ich hatte keinen Druck, warum auch immer. Ich pedalierte nur so vor mich hin. Spaß hatte ich lediglich auf den Abfahrten.” 
Noel Toth startete im U23-Feld der 104 Gemeldeten weit hinten. Es spricht für den Kampfgeist des jungen Schweizers, dass er dennoch versuchte, des Beste daraus zu machen. “Mein Start war super und ich habe mich gleich nach vorne gekämpft”, erzählt Noel. Obwohl ihm hinten raus in den Runden fünf und sechs “etwas der Saft ausging”, kämpfte er sich durch und wurde 38. “Top 40 ist nicht super, aber solide.” 
“Habe mich sehr gut gefühlt und bin stark gefahren” Wie unglücklich ein MTB-Rennen verlaufen kann, zeigte sich am Beispiel von Elina Benoit (Foto unten/Nr.3). Die Schweizerin ist weltweit eine der stärksten U23-Mountainbikerinnen und sie mischte im XCC-Wettkampf anfangs auch ganz vorne mit. “Ich habe mich sehr gut gefühlt und bin stark gefahren”, sagt die 21-Jährige und fährt fort. “Auf dem Kurs gibt es Wellen, über die wir rollen oder springen konnten. Da die Fahrerinnen vor mir darüber rollten, bin auch ich gerollt. Hinter mir ist eine Fahrerin jedoch gesprungen, in mich reingeknallt und hat mich verletzt.” Sie wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, die Diagnose niederschmetternd: drei gebrochene Rippen. 
Antonia Weeger hat in Nove Mesto ihr erstes Weltcuprennen in dieser Saison bestritten. Im XCO-Race belegte sie den 38. Platz. “Weltcup ist halt nochmal was anderes als sonstige Rennen”, sagt die 21-Jährige, “von Startplatz 52 ist es schwierig, gut ins Rennen reinzukommen. Es gab in der ersten Runde immer wieder Stau und ich musste runter vom Rad und schieben”. In der zweiten und dritten Runde habe sie ihren Rhythmus gefunden, hinten raus sei sie etwas eingebrochen: “Es war sehr anstrengend wegen der Hitze”. 

Klasse U19
“Ich hatte einen mega Tag bis…”
Elias Hückmann hatte im Feld der 129 Junioren einen Sahnetag erwischt. Vom ersten Moment an war er ganz vorne zu finden und bestimmte das Tempo und Geschehen an der Spitze mit. “Ich hatte einen mega Tag. Es hat Spaß gemacht, ich habe das Rennen genossen”. In der letzten der sechs Runden hatte Elias nur noch sieben Sekunden Rückstand auf ein Duo an der Spitze, zuvor war es noch eine halbe Minute gewesen. Dann passierte es: technischer Defekt. Aufgabe, DNF. “Bin mehr als enttäuscht”, sagt der 18-Jährige. Eine Gewissheit nimmt er trotz seines Ausscheidens allerdings mit: Wenn alles zusammenpasst, kann er in Klasse U19 international ganz vorne mitfahren. 
“Wie ein alter Diesel”Für Maxi Strittmatter, die ihre erste Saison bei den Juniorinnen absolviert, war es der erste Auftritt im Weltcup. Beim Start stand sie weit hinten: “Vor den technischen Passage hat es sind dann immer wieder gestaut, das war ein bisschen doof”, erzählt die 16-Jährige. Aus den letzten Rennen habe sie mitgenommen, dass sie wie ein alter Diesel eine Weile braucht, um in Schwung zu kommen, hinten raus aber immer stärker wird. So war es auch dieses Mal: “Ich habe meinen Flow gefunden und jede Runde ein paar Fahrerinnen eingesammelt.” Mit Rang 25 im Feld der 70 Gemeldeten sei sie zufrieden – und: “Es ist schon eine coole Erfahrung, in so einem starken internationalen Feld dabei zu sein.”