David List verteidigt seinen Deutschen Meistertitel

June 7, 2021 7:20 am

Bronze-Medaille für Georg Egger – Platten-Pech bei Luca Schwarzbauer

Bei den Deutschen Mountainbike Meisterschaften verteidigt David List seinen Titel erfolgreich in der U23. Georg Egger holt sich die Bronze-Medaille, während Luca Schwarzbauer und Max Brandl kein Glück haben.

„Ich wollte mich auf keine Spielchen einlassen“, sagte David List im Ziel und meint damit das Taktieren mit den Konkurrenten im Rennen. Doch Konkurrenten bekam David List nur in der Startrunde zu Gesicht, dann war er, nach einem Sturz von Leon Kaiser, allein unterwegs. Kaiser und List hatten sich bereits in der Startrunde von ihren Verfolgern distanziert. David List fuhr fortan allein über die wellige Strecke im hessischen Gedern und baute seinen Vorsprung sukzessive aus. „Mein Plan ist genau aufgegangen“, sagte David List strahlend im Ziel. Nach dem Titel 2020 darf er das Trikot des Deutschen Meisters nun ein weiteres Jahr tragen. Lennart Krayer wurde Vierter. Am Start hatte der Junioren-Weltmeister vom vergangenen Jahr Probleme, was ihn einige Plätze kostete. „Auf der engen Strecke ist es schwer, zu überholen“, sagte er. „Ich musste mich Stück für Stück nach vorne arbeiten.“ Zwei Runden war er am hinteren Ende einer Gruppe bis auf Rang 4 unterwegs, die er in der vorletzten Runde distanzieren konnte. „Ein bisschen schade ist es schon, dass es keine Medaille wurde“, sagte Krayer. Die Beine wären da gewesen dafür. „Aber fürs erste Jahr bin ich trotzdem zufrieden mit dem vierten Platz.“ 

Egger fährt Bronze ein – Platten-Pech für Schwarzbauer

Die Freude war groß bei Georg Egger, als er als Dritter über die Ziellinie fuhr. „Ich weiß jetzt noch gar nicht, wie ich mich nach dem Ergebnis heute auf den Weltcup nächste Woche einstellen soll“, sagte er. Dabei war ihm das Tempo zu Beginn des Elite-Rennens zu schnell und er ging bewusst nicht alles mit. In der Startloop formierten sich Luca Schwarzbauer und Max Brandl auf Rang eins und zwei, Egger kam auf der vierten Position. „Ich habe mich darauf konzentriert, einen konstanten Speed durchfahren zu können.“ Das gelang ihm, denn während seine Teamkollegen Luca Schwarzbauer und Max Brandl zu kämpfen hatten, kreiselte Egger Runde um Runde weiter nach vorn. Das Ergebnis reiht sich ein in einen Positivtrend von Egger, der, seit er 2019 Vater wurde, zunächst mit seinem neuen Alltag zu kämpfen hatte. „Ich glaube, so läuft es jetzt ganz gut und wir haben uns eingespielt“, sagte Egger.

Der Reuderner Luca Schwarzbauer musste – als Führender – wegen eines platten Hinterrads in der ersten Runde in der Techzone halten, was ihm seine Siegchancen zunichte machte. Er hatte sich das Rad an einem Stein seitlich aufgeschlitzt. Der Hinterradwechsel kostete ihn gut 15 Platzierungen. An der Spitze versuchte Max Brandl derweil mit einer Attacke vorne wegzufahren, doch er konnte Niklas Schehl nicht ganz abschütteln. „Dann hat mein Rücken zugemacht“, sagte Brandl, der Titelverteidiger war, enttäuscht. Er habe versucht, alles zu geben, doch konnte Manuel Fumic und Niklas Schehl nicht genug entgegenhalten und musste sie vorbeilassen. In der sechsten von sieben Runden bemerkte er, dass sein Schnellspanner am Hinterrad noch halb geöffnet war. Wie sehr ihn das in seiner Leistungsfähigkeit behinderte, wisse er noch nicht. Aber: „Ich habe gekämpft bis zum Schluss“, sagte er.

Für Schwarzbauer, der noch auf einen Olympia-Startplatz hofft, ist es „so schlecht gelaufen, wie es nur hätte laufen können“. Damit meinte er seinen Hinterrad-Defekt. Nach dem Radwechsel investierte er alles und kämpfte sich noch bis auf den fünften Platz nach vorne. „Aber als ich gesehen habe, dass es auch bei Max nicht so gut läuft, hat es mich mental schon auch etwas ausgebremst. Ich dachte, uns entgleitet die Veranstaltung heute.“ 

Lange Pause machen können die Fahrer des Teams aus dem Hochschwarzwald nicht, denn bereits am Mittwoch geht es weiter nach Leogang, wo der dritte Weltcup in diesem Jahr ansteht.