Nina Benz bei der EM 22. und David List 32.

Juni 26, 2023 10:28 am

Sie hatten alles unternommen, um bei diesem Fest des Sports in Polen, den European Games mit 29 Sportarten, dabei zu sein: Max Brandl vom Lexware Mountainbike Team hatte aufgrund einer noch nicht abgeklungenen Erkältung den Weltcup in Leogang am Wochenende davor ausgelassen, Teamkollege David List war mit Symptomen bei dem Rennen in Österreich vorsichtshalber ausgestiegen, um seinen Start bei der Cross-Country-Europameisterschaft in Krakau nicht zu gefährden. List erkämpfte sich bei der Kontinentalmeisterschaft (75 Starter) den 32. Platz, Brandl beendete das Rennen auf Rang 35. „Mein Abschneiden hier ist okay, wenn man die Umstände berücksichtigt.“, sagt List, „ich bin aber nicht da, wo ich hin will“. Brandl kommentiert seinen EM-Wettkampf mit den Worten: „Als Ergebnis ist das nicht berauschend, mit meinem Rennen bin ich dennoch zufrieden.“ Lexware-Teamkollegin Nina Benz (Foto oben) erreichte im 55er-Feld der Frauen als 22.  und zweitbeste deutsche Starterin das Ziel: „Mein Rennen war solide, das Ergebnis ist voll okay.“

Die Mountainbike-Strecke am Zungenbrecher-Berg „Krynica-Zdrój“ hatte es in sich: Einige steile, mit Wurzeln durchzogene Anstiege waren unfahrbar, sowohl die Frauen als auch die Männer mussten im Wald mehrmals runter vom Rad und zu Fuß die Rampen hochkraxeln, was einige nur sehr ungern tun. Ging aber nicht anders. Im freien Gelände war der Kurs mit zahlreichen angelegten Technikpassagen gespickt, große Steine und Baumstämme erschwerten hier das Fortkommen. 3,5 Kilometer lang ist der Kurs und weist 170 Höhenmeter auf. Die EM-Strecke liegt rund zwei Stunden Fahrzeit von Krakau entfernt, laut Aussage der Athleten „in der Pampa, mitten im Nirgendwo“.
Nina Benz ist von der Athmosphäre der European Games dennoch angetan. „Eine coole Erfahrung. Die Veranstaltung war ein bisschen aufgezogen wie Olympia, alle Athleten waren in einem großen Hotel, da kam man auch mal mit anderen Sportlern ins Gespräch.“ Auch die Strecke findet sie „ziemlich cool und flowig“, anstrengend sei das Rennen gewesen, „hat aber mega Spaß gemacht“.
Sie startete aus der fünften Reihen und war ruckzuck in den Top 20. „In der zweiten Runde habe ich ein bisschen gestruggelt, ich hatte Mühe“, erzählt sie, „ich musste erstmal meinen Rhythmus finden“. Sie biss sich durch, mit Rang 22 sei sie „so lala happy“.
Im Rennen der EM-Männer ging Brandl von Position 20 ins Rennen, List von 28. Die Ausgangssituation der beiden schien ausbaufähig. Brandl konnte sich zu Beginn in den Top 20 halten, war mal 17. – fiel im Verlauf des Wettkampfs aber zurück: „Ich habe um jede Position gefightet und konnte in den Abfahrten meine Stärken ausspielen, das gibt mir Kraft und Selbstvertrauen“, sagt Brandl, der am Tag des Wettkampfs 26 wurde. Sportlich hätte das Geschenk deshalb etwas üppiger ausfallen dürfen. „Aufgrund der akuten und grundsätzlichen Vorgeschichte muss ich erstmal kleinere Brötchen backen. Wenn man allerdings krankheitsbedingt in zehn Tagen nur viermal auf dem Rad sitzt, muss man so ein Rennen auch erstmals zu Ende fahren.“
David List kam beim Start nicht gut weg, er fand sich nach 1,4 Kilometern auf Rang 56 wieder. Von dort ging es dann langsam wieder nach vorne bis auf Platz 32. „Es ging schon besser als in Leogang, bis kurz vor der EM hatte ich allerdings mit Erkältungs-Symptomen zu kämpfen, deshalb war ich heute noch nicht bei 100 Prozent“, erzählt der 23-Jährige, „aber so ist es halt im Rennsport, Krankeiten und Verletzungen beeinflussen die Leistung“. Er freue sich auf den Weltcup in Val die Sole (Italien) und hoffe, dort endlich wieder einmal ein Rennen bei bester Gesundheit bestreiten zu können.