Swiss Bike Cup Gränichen (SUI): Torben Drachs famose letzte Runde

June 6, 2016 10:29 am

Drach-1

05.06.2016   Lexware Mountainbiker Torben Drach hat sich mit einem zweiten Platz beim Swiss Bike Cup in Gränichen eindrucksvoll zurückgemeldet. Luca Schwarzbauer wurde im U23-Rennen Fünfter und verbuchte damit zehn Weltranglistenpunkte.


Torben Drach sorgte am Ende des Junioren-Rennens im Ziel für verblüffte Mienen. Der Kirchzartener bog als Zweiter, 27 Sekunden nach dem Franzosen Victor Lab um die letzte Kurve. Dabei schienen die Podestplätze längst außer Sicht zu sein, als Drach auf dem siebten Rang, mehr als eine Minute hinter Platz drei, auf die letzte Runde ging.
Nach langer Wettkampfpause und nach einem Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf dem WM-Kurs in Nove Mesto, war Torben Drach vor dem Rennen über seinen Zustand nicht sicher. Und um sich nicht gleich am Anfang zu verheizen, ging er die Konkurrenz etwas vorsichtig an.
Auf dem schlammigen Untergrund investierte Torben Drach in den ersten Runden zudem den Inhalt seiner Wasserflaschen vor allem in die Säuberung der Schaltung. „Dadurch ging es mir zur Mitte des Rennens richtig schlecht“, bekannte Drach.
Dann begann er den Inhalt der Trinklaschen für den gewöhnlichen Gebrauch zu nutzen. Und prompt lief es besser. „Dann ist mein Körper auf Hochtouren gekommen“, grinste Drach.
Wie weit es noch nach vorne gegangen war, das wusste er bei der Zielpassage gar nicht. „Zweiter? Geil!“, rief er aus und schmunzelte. „Ich wusste schon, dass die Form irgendwie noch da sein muss, wenn ich den Start gut überstehe“, meinte Drach, der auf den letzten 200 Metern Wiesenpassage lieber rannte anstatt zu fahren und dadurch Lokalmatador Nick Baumann um drei Sekunden auf Rang drei verweisen konnte.

List und Zurnieden kämpfen mit den Bedingungen
David List kämpfte in Gränichen mit dem Schlamm und wie viele Konkurrenten auch mit den Herausforderungen, die solche äußeren Bedingungen zwangsläufig ans Material stellen. List kam deshalb nie so ins Rollen, wie man das von ihm kennt. Bis Platz 14 hatte er sich bereits nach vorne gearbeitet, als er durch einen unfreiwilligen Stopp wieder Plätze verlor. Am Ende war es Rang 18 (+4:48). „Die Beine waren trotz einer Woche Trainingslager in Nove Mesto nicht sooo schlecht“, meinte er. Das war auch die wichtigste Erkenntnis aus einem Rennen, das die Lexware-Junioren als Trainings-Einheit eingeschoben hatten.
Jannick Zurnieden erging es ähnlich. Er erwischte einen super Start, fuhr sich bis auf Rang 15 nach vorne, hatte dann aber einen Sturz. Dann kämpfte er mit Schlamm und Material und kam so gar nie an seine Leistungsgrenze. „Schade, das war heute nur Grundlagen-Training“, meinte Zurnieden, der mit 18:54 Minuten Rückstand das Ziel erreichte.

U23: Schwarzbauer mit Rang fünf nicht zufrieden
Luca Schwarzbauer kam ins Ziel und schüttelte erst mal den Kopf. „Nein, es war nicht gut heute. Ich hatte Schmerzen ohne Ende und verstehe das gar nicht“, meinte der Nürtinger. „Es muss an der Vorbereitung liegen, da finde ich einfach kein System.“
Schwarzbauer konnte sich zwar von Rang acht nach drei Runden noch um drei Positionen verbessern und mit 2:34 Minuten Rückstand auf den Schweizer Andri Frischknecht (Schweiz, 1:16:16) die Ziellinie passieren, doch zufrieden machte ihn das nicht. „Ich war heute deutlich unter meinem Niveau“, konstatierte er. Dennoch produzierte Schwarzbauer in der vorletzten Runde eine Runden-Bestzeit.
Trainer Toni Uecker empfahl ihm seine gesamte Woche noch mal zu analysieren, um den Fehler zu finden. Immerhin: Zehn Weltranglistenpunkte nahm der Lexware-Fahrer mit nach Hause. Und das bei einem Rennen, das über den Tag hinaus im Grunde keine Bedeutung hatte.

David Horvath benötigte nach seinem Grundlagen-Training in Spanien eine Runde, ehe „der Motor angesprungen ist“, wie er sagte. Dann arbeitete er sich binnen eineinhalb Runden um zehn Plätze nach vorne und erreichte die Top-Ten.
Doch dann blockierte in Stein in der Kettenführung die Schaltung und es dauerte Minuten, ehe das Problem behoben war. Das warf ihn auf den 21. Platz zurück. Mit einer guten Schlussrunde ging es noch auf den 19. Rang (+8:44) nach vorne. Die Platzierung stellte ihn nicht zufrieden, doch der Fortschritt seit dem Weltcup in Albstadt schon.
„Es fehlen vielleicht noch die letzten zehn Prozent, aber es geht eindeutig wieder aufwärts“, meinte Horvath.

„Die Jungs haben gezeigt, dass sie weiter auf dem richtigen Weg sind. Im Blick auf die WM ist das ein gutes Zeichen. Wenn sie, wie Luca, kritisch mit sich umgehen, kann ich das nur begrüßen, aber man muss das bei einem solchen Rennen auch wieder relativieren“, kommentierte Team-Chef Daniel Berhe, auch im Blick auf die äußeren Bedingungen.