U23-Mountainbiker Paul Schehl wird DM-Dritter im Eliterennen der MännerEbenfalls erfolgreich vom Lexware Mountainbike Team bei nationalen Titelkämpfen: Nicholas Konecny wird amerikanischer Short-Track-Meister in der U23-Klasse und in der Schweiz sichern sich Elina Benoit (Short Track) und Khalid Sidahmed (Cross-Country) die U23-Vizemeisterschaft

July 22, 2026 10:04 am

Sie konnten den Angriff von Paul Schehl gerade noch einmal abwehren, die besten deutschen Elite-Mountainbiker. Im Short Track bei der deutschen Meisterschaft in Lohr-Wombach wurde der derzeit weltbeste U23-Mountainbiker vom Lexware Team Vierter, im Cross-Country-Titelrennen erkämpfte er sich die Bronzemedaille. 6,8 Sekunden trennten ihn nach etwas mehr als 1,19 Stunden Fahrzeit vom zweiten Platz, 27,4 Sekunden lag er hinter dem deutschen Meister zurück. 
Bei der Schweizer Meisterschaft in Leysin sicherte sich Elina Benoit vom Mountainbike Lexware Team in der U23-Klasse die Ränge zwei (Short Track/XCC) und drei (Cross-Country/XCO), Teamkollege Khalid Sidahmed wurde im Cross-Country U23-Vizemeister. In Roanoke (Virginia) verteidigte US-Boy Nicholas Konecny seinen Short-Track-Titel in der U23-Kategorie, das Cross-Country-Meisterschaftsrennen beendete er als Dritter. 

Deutsche Meisterschaft in Lohr-Wombach: “War geil, mit den Jungs zu fahren” Das Kräftemessen von Paul Schehl (Archivfoto oben/@staronphoto), dem derzeit dominierenden U23-Mountainbiker im Weltcup, mit den besten deutschen Elitefahrern bei der deutschen Meisterschaft war mit Spannung erwartet worden. Es sollte ihm als erste Orientierung dienen, da er kommende Saison vom Alter her in die Eliteklasse aufsteigen wird. In den ersten fünf Runden des Short Tracks konnte Paul das Tempo an der Spitze mitgehen und führte das Feld in Runde zwei und drei an. In der Schlussphase des Acht-Runden-Rennens fiel der 22-Jährige von Lexware Mountainbike Team etwas zurück: “Ich habe zu viele Fehler gemacht und dadurch Energie verschwendet, die mir am Ende gefehlt hat”. Er habe auf die Eiskühlung im Nacken verzichtet, “da mir beim Einfahren eigentlich nicht warm war”. Meistens stecken sich die Fahrer vor dem Rennen einen Strumpf mit Eis unters Trikot in den Nacken, um die Körpertemperatur niedrig zu halten. “Ich habe gedacht, das brauche ich an dem Tag nicht”, sagt Paul, “in den letzten drei Runden habe ich dann aber etwas überhitzt, das hat mir den Stecker gezogen”. Platz vier sei “okay”, sagt er, wenngleich er zugibt: “Ich hätte schon gerne um das Trikot mitgefightet und wäre gerne aufs Podium gekommen.” 
Beides gelang ihm im Cross-Country-Rennen eindrucksvoll: Er kämpfte lange um das Meistertrikot mit und stand am Ende auf dem Podium. “Ich habe einen ganz geilen Tag erwischt, mein Körpergefühl war gut”, erzählt Paul, “war geil mit den Jungs zu fahren, hat alles Bock gemacht”. Mit den ehemaligen Mannschaftskameraden Luca Schwarzbauer und Max Brandl habe er sich an der Spitze abgewechselt, “wir waren die Stärksten”. Zwei Runden vor Schluss hat Schwarzbauer attackiert, “ich hatte da leichte Krämpfe und konnte nicht zu hundert Prozent mitgehen”, sagt Paul. Hinten raus im Rennen habe “ein kleines Bissel gefehlt, aber das ist okay”. Die Lücke zu dem einige Sekunden vor ihm liegenden Max Brandl konnte er nicht mehr zufahren: Paul wurde DM-Dritter bei der Elite, obwohl er vom Alter her noch in der U23-Klasse startberechtigt ist. Großartig. “Ich bin mega zufrieden. Ich freue mich jetzt auf ein Wochenende daheim und auf die Europameisterschaft.” 
U19-Klasse: “Die Performance war ganz gut”Maxi Strittmatter war nach einem schnellen Start im Meisterschaftsrennen der Juniorinnen gut dabei. “Ich habe mich gut gefühlt”, erzählt die 16-Jährige vom Lexware Team, “ich hatte eine kleine Lücke auf den dritten Platz, war aber in Sichtweite”. Im Steinfeld passierte es: platter Reifen. Sie habe dadurch mehr als anderthalb Minuten verloren und sei als Fünfte wieder auf den Kurs. Einen Rang konnte sie noch gutmachen, Maxi wurde Vierte. “Die Performance war ganz gut, aber das Glück leider nicht auf meiner Seite.” 
Elias Hückmann vom Lexware Team war als Favorit in das Titelrennen der Junioren gegangen. “Start und erster Anstieg waren gut”, erzählt er. In die erste Abfahrt ging er als Führender. Da es in der Nacht geregnet hatte, war der Kurs nicht mehr trocken wie am Tag zuvor beim Training, sondern “etwas rutschig”. Als ihm das Rad wegrutschte und hart auf dem Boden aufkam, waren anschließend Gabel und Lenker derart beschädigt, dass Elias das Rennen nicht fortsetzen konnte und aufgeben musste. 

Schweizer Meisterschaft in Leysin, U23-Frauen: “Ich wollte um das Meistertrikot mitkämpfen” Elina Benoit (Foto oben/Armin Küstenbrück) vom Lexware Team zählt zu den besten Schweizer U23-Mountainbikerinnen und gehört auch im Weltcup stets zu den Stärksten. Entsprechend ambitioniert ist sie das Short Race bei der Schweizer Meisterschaft in Leysin (Kanton Waadt) angegangen. “Eigentlich hätte ich gewinnen können”, sagt die 21-Jährige, “ich hatte ein super Gefühl und war am Anstieg sehr stark”. Kleine Fehler sind jedoch in dem Hochgeschwindigkeits-Wettkampf kaum zu kompensieren. In einem “sehr taktischen Rennen” habe sie in der Schlussphase einen Fehler gemacht: Denn als die spätere Siegerin attackierte, war Elina blockiert und konnte nicht reagieren. Wurde Zweite: “Klar, ich wollte mir das Meistertrikot holen, aber der Short Track ist nicht das Wichtigste.” 
Ein bisschen Enttäuschung konnte Elina auch nach ihrem dritten Platz im Cross-Country-Rennen nicht verbergen. Sie wollte unbedingt um das Schweizer U23-Meistertrikot mitkämpfen, doch schon in der zweiten von sechs Runden bekamen ihre Ambitionen den entscheidenden Dämpfer. “Ich bin gestürzt, nicht schlimm, aber ich habe ein paar Sekunden verloren”, erzählt Elina. Die beiden, mit denen Elina bis dahin das Geschehen dominiert hatte, sahen ihre Chance gekommen – und attackierten. Schnell tat sich eine Lücke von 15 Sekunden auf. “Anschließend war es für mich schwierig, wieder nach vorne zu kommen”, sagt Elina, “ich habe in den ersten Runden viele kleine Fehler gemacht. Sie auszubügeln, hat mich viel Energie gekostet”. Energie, die ihr in der Schlussphase im Kampf um den zweiten Platz fehlte. “Mit den kurzen, steilen Anstiegen war das nicht die beste Strecke für mich”, sagt Elina, sie mag die langen Anstiege lieber, “aber ich habe alles gegeben”.


U23-Männer: “Ich habe mich gut gefühlt und bin zufrieden mit dem zweiten Platz” Khalid Sidahmed und Noel Toth haben das Short-Track-Titelrennen der U23-Männer bei der Schweizer Meisterschaft auf den Rängen sieben und acht beendet. Beide haderten mit ihrer Leistung. “Ich bin schon sehr enttäuscht”, erzählt Khalid, “nach einem guten Start konnte ich an dem kurzen Anstieg, der sehr steil war, das Tempo an der Spitze einfach nicht mitgehen. Das hat mir schon in der ersten Runde mental den Stecker gezogen. Es war schwierig, das zu akzeptieren.” Sein Lexware Teamkollege Noel Toth startete ebenfalls gut und konnte sich vorne zunächst halten. Er fühlte sich jedoch von seinem Gefühl in der Anfangsphase “etwas getäuscht, denn nach zehn Minuten war nichts mehr in mir”. Der 19-Jährige Schweizer, der seine Rennen immer sehr aufrichtig analysiert, sagt zum Short Track in Leysin: “Ich habe keine Ausrede. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich hoffe, dass es nur ein schlechter Tag war.” Mitte des XCC-Rennens fand Khalid Sidahmed noch einmal Anschluss an die Besten. Als in der Endphase “einer weg war und die richtigen Attacken gingen”, musste er erneut reißen lassen. “Ich hatte keine Chance”, sagt der 21-Jährige.  
Das war im Cross-Country-Titelrennen anders. Nach “einem schwierigen Start” handelte er sich gleich zu Beginn einen Rückstand auf die Besten ein. “Nach dem Start war die Strecke recht breit, da ging es sehr hektisch zu und ich habe ein paar Positionen verloren”. erzählt Khalid. Das Tempo an der Spitze war anschließend jedoch nicht sehr hoch und er konnte wieder aufschließen. “In der vierten von sieben Runden habe ich angegriffen und von da an waren wir vorne nur noch zu zweit.” Den Sieger musste er ziehen lassen, Khalids Rückstand im Ziel als Schweizer Vizemeister war mit 19 Sekunden überschaubar. “Ich habe mich gut gefühlt und bin zufrieden mit dem zweiten Platz”, sagt er, “es ist nicht überragend, ich habe aber die Pflicht erfüllt”.
“Mir fehlen ein bisschen die Worte”, gesteht Noel Toth, denn auf den Short Track, mit dem er nicht zufrieden war, folgte nun bei der Schweizer Meisterschaft ein Cross-Country-Rennen, das ihn etwas ratlos zurückließ. “Ich hatte einen schlechten Start, die Power hat gefehlt. Ich kam irgendwie nicht so rein”, erzählt er, “es war nicht mein Tag. Ich habe mich nicht gut gefühlt”. Noel kam in seinem zweiten U23-Jahr im Schweizer Titelrennen auf den achten Platz, immerhin Top Ten. “Ja, ich habe soviel gelitten wie ich konnte. Ich habe alles versucht”, versichert er. 

Amerikanische Meisterschaft in Roanoke:  “Ich hatte einen großartigen Tag” In Roanoke am Rande der von John Denver in “Take Me Home, Country
Roads” besungenen Blue Ridge Mountains in Virginia wurde die amerikanische Mountainbike Meisterschaft ausgetragen. “Der Short-Track-Kurs war völlig anders als die Strecken im Weltcup”, sagt Nicholas Konecny, er fand den Kurs “richtig cool”. Der 20-Jährige, seit der vergangenen Saison im Lexware Team, verteidigte seinen in der Vorsaison erkämpften U23-Titel erfolgreich: “I am super happy with this.” In einem “sehr taktischen Rennen” habe er sich “smart” verhalten und sei von der Position her immer genau dort gewesen, “wo ich in der jeweiligen Rennsituation sein wollte”. Und am Schluss war er ganz vorne, Punktlandung. “Ich habe mich stark gefühlt und hatte einen großartigen Tag”, sagt Nicholas, der in Colorado zu Hause ist, die Wettkampfsaison aber zumeist in Europa verbringt. Auch im Cross-Country-Rennen präsentierte er sich kampfstark und sicherte sich Rang drei. Zwei Sekunden trennten ihn vom Zweiten und fünf vom Sieger. 

Bundesnachwuchssichtung U17 und U15 in Lohr-Wombach “Es war ein warmes und staubiges Rennen”, sagt Lina Baldauf nach der U17-Bundesnachwuchssichtung in Wombach. Nach einem “so-lala-Start” fand sie in der Startloop ihren Flow und überholte am Berg drei Konkurrentinnen auf einen Streich, was ihr den zweiten Platz einbrachte. “Ich habe mich dann mit zwei anderen Fahrerinnen um die Plätze gebattelt und wurde am Ende Dritte”, erzählt Lina, “ich bin sehr zufrieden und glücklich, endlich einmal ein Rennen ohne Probleme absolviert zu haben”. Anschließend machte sich die 16-Jährige vom Lexware Team mit Gleichaltrigen mit dem Wohnmobil auf den langen Weg nach Rumänien zur Jugend-Europameisterschaft.
“In der Startloop hatte ich etwas Probleme durch den vielen Staub und habe einige Positionen verloren”, sagt Finn Laichinger, “deshalb bin ich nur als Achter in den Downhill gegangen, überholen war dort kaum möglich”. In der zweiten Runde konnte sich der 13-Jährige vom Lexware Team dann “Stück für Stück bis auf Platz zwei nach vorne arbeiten” und seine Position in der Klasse U15 bis ins Ziel verteidigen. “Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Ich bin zufrieden”, sagt Finn.